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Führen körperliche oder geistige Probleme dazu, dass eine Person wichtige Entscheidungen nicht mehr selbstständig treffen kann, dann ist ein gesetzlicher Vertreter erforderlich. Wenn Sie für den Fall der Fälle sicherstellen möchten, dass diese Aufgabe einer Person übertragen wird, der Sie voll und ganz vertrauen, dann ist es sinnvoll, dafür eine Vorsorgevollmacht auszustellen.

Was ist eine Vorsorgevollmacht und warum ist sie so wichtig?

Krankheiten, Unfälle und Demenz können dazu führen, dass eine Person auf fremde Hilfe angewiesen ist – beispielsweise bei:

  • der Erledigung von Bankgeschäften
  • bei der Auswahl eines Heimplatzes
  • bei der Kündigung ihrer Wohnung

Allerdings sind selbst Ihre nächsten Familienangehörigen nicht dazu befugt,
diese Entscheidungen in Ihrem Namen zu treffen. Daher stellt das Gericht einen gesetzlichen Betreuer ein, der diese Aufgabe übernimmt. Wenn Sie eine Vorsorgevollmacht ausstellen, ist dies jedoch nicht notwendig.

Auf diese Weise ersparen Sie Ihren Angehörigen nicht nur den Aufwand
für den Gerichtsprozess: Darüber hinaus stellen Sie auch sicher, dass die Wahl genau auf die Person fällt, die für Sie die richtigen Entscheidungen trifft.

Da Unfälle und Krankheiten plötzlich und ohne Vorwarnungen auftreten,
ist es wichtig, schon in jungen Jahren auf diese Weise vorzusorgen. Sie haben dabei die Möglichkeit, in der Vorsorgevollmacht zu vermerken, dass diese nur dann in Kraft tritt, wenn Sie selbst nicht mehr in der Lage dazu sind, eigenständige Entscheidungen zu treffen.

Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung

Wenn Sie eine Vorsorgevollmacht ausstellen, dann übertragen Sie dem Bevollmächtigten eine vollkommene Entscheidungsfreiheit ohne jegliche Kontrolle.

Daher ist es wichtig, eine Person auszuwählen, der Sie ohne Einschränkungen vertrauen.

Sollten diesbezüglich einige Restzweifel bestehen, dann können Sie auch eine Betreuungsverfügung ausstellen:

  • In diesem Fall kommt es zu einem Gerichtsverfahren für die Einsetzung eines rechtlichen Betreuers.
  • Allerdings geben Sie dabei dem Gericht vor, welche Person es dafür auswählen soll.
  • Das bedeutet zwar einen gewissen Mehraufwand, Sie profitieren jedoch davon, dass der Betreuer dem Gericht Rechenschaft über seine Handlungen ablegen muss.

Wichtige Hinweise zur Vorsorgevollmacht

  • Stellen Sie die Vollmacht nur zugunsten einer Person aus, der Sie uneingeschränkt vertrauen.
  • Sie können vorgeben, dass die Vollmacht nur dann in Kraft tritt, wenn Sie keine eigenen Entscheidungen mehr treffen können.
  • Sie können eine Vollmacht zur „Vertretung in allen Angelegenheiten“ ausstellen oder nur für bestimmte Bereiche.
  • Selbst bei einer allgemeinen Vollmacht sind davon einige Bereiche – beispielsweise die Zustimmung zu einer lebensgefährlichen Operation – per Gesetz ausgeschlossen, wenn sie nicht ausdrücklich erwähnt werden.
  • Bewahren Sie die Vollmacht stets an einem Ort auf, der leicht für die bevollmächtigte Person zugänglich ist.
  • Ausführliche Informationen und einen kostenlosen Download mit einer Musterverfügung stellt das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz hier zur Verfügung.

Bild: © AA+W​ / stock.adobe.com