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Selbstbestimmt seinem Leiden ein Ende bereiten und in Würde sterben
– das ist der Wunsch vieler Todkranker. Doch die sogenannte Sterbehilfe, die bewusste Herbeiführung des Todes eines kranken Menschen, ist ein großes Streitthema in vielen Ländern. In Deutschland beispielsweise hat der Bundestag nach zahlreichen Debatten im November 2016 die legale Sterbehilfe so gut wie unmöglich gemacht.

Aktive und passive Sterbehilfe – was ist der Unterschied

Bei der aktiven Sterbehilfe wird das Leiden eines Sterbenden verkürzt und der Tod mithilfe von beispielsweise Gift herbeigeführt. Dies ist in Deutschland nach § 216 des Strafgesetzbuches (StGB) verboten.

Erlaubt ist hierzulande nur die sogenannte passive Sterbehilfe.
Damit ist gemeint, dass lebensverlängernde medizinische Maßnahmen unterlassen, limitiert oder beendet werden
.

In der Praxis bedeutet dies: Der Arzt schaltet beispielsweise ein Gerät zur künstlichen Ernährung gar nicht erst an oder er schaltet es bewusst ab.

Das Ende des assistierten Suizids durch den Arzt

Bis zum Jahr 2016 gab es neben aktiver und passiver Sterbehilfe eine dritte Möglichkeit: den assistierten Suizid. Dies bedeutet, dass ein Arzt einem Todkranken ein Medikament aushändigt, welches den Tod herbeiführt.

Aus strafrechtlicher Perspektive ist diese Form des Suizids erlaubt, aber das eigene Berufsrecht der Mediziner – festgesetzt von den 17 Landesärztekammern – verbietet es nun.

Diese neue Regelung ist für viele Patienten und ihre Angehörige ein großes Problem.
Sie ergreifen nicht selten die Flucht nach vorn und reisen in die Schweiz, wo ein assistierter Suizid nach wie vor möglich ist.

Hospize bieten Hilfe bei der Sterbebegleitung

Wer todkrank ist und in Deutschland sterben möchten, hat jedoch die Möglichkeit, sich an stationäre und ambulante Hospize zu wenden. Hier erhalten Sie oder Ihre Angehörigen zwar keine aktive Hilfe beim Streben, aber die Hospize können Sie bei der Sterbebegleitung unterstützen.

Aufmerksamkeit und Pflege sowie schmerzlindernde Behandlungen
inklusive einer ärztlichen Betreuung sind typische Leistungen eines Hospizes. So ist ein Sterben mit Würde im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften möglich.

Die Sterbehilfe im Überblick

  • Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland verboten.
  • Passive Sterbehilfe ist nicht strafbar. 
  • Ärztlich assistierter Selbstmord ist in Deutschland verboten, aber in der Schweiz möglich.
  • Hospize bieten Unterstützung bei der Sterbebegleitung.

Bild: © MaciejBledowski / stock.adobe.com