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Vielleicht stehen Sie vor der Aufgabe, eine sogenannte Intensivpflege für einen schwer erkrankten nahen Angehörigen organisieren zu müssen. Neben Pflegeheimen können auch Pflegedienste diese besondere Form der Betreuung übernehmen. So ist es möglich, Patienten auch zuhause versorgen zu lassen. Hier erfahren Sie, was Sie beim Thema Intensivpflege beachten sollten.

Was ist Intensivpflege?

Zusätzlich zur Grundpflege werden bei der Intensivpflege intensivmedizinische Maßnahmen durchgeführt, die der Aufrechterhaltung bestimmter Vitalfunktionen dienen.

So müssen beispielsweise beim Patienten regelmäßig
Blutgasanalysen, Sauerstofftherapien und das Sekretmanagement durchgeführt sowie Trachealkanülen gesetzt werden.

In der Regel bedeutet dies, dass Betroffene eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung benötigen.
Pflegende Angehörige können dabei auf Wunsch und nach entsprechender Einweisung eingebunden werden.

Welche Patienten benötigen eine Intensivpflege?

Um die Intensivpflege in Anspruch nehmen zu können, müssen die Patienten von den Krankenkassen als Intensivpflegepatienten anerkannt sein.

Typischerweise handelt es sich um:

  • Beatmungs- oder Komapatienten
  • Personen mit Querschnittslähmungen
  • Personen mit Hirnschäden
  • Personen mit anderen schwerwiegenden Erkrankungen und Einschränkungen der Vitalfunktionen

Was muss man bei der Auswahl des Pflegedienstes beachten?

Intensivpflege wird meist von ambulanten Pflegediensten angeboten, die Intensivpflege als Zusatzleistung in ihrem Portfolio führen.

Bevor Sie sich für einen Pflegedienst entscheiden,
sollten Sie sich bei der Krankenkasse des Patienten informieren. Die Versicherer können Ihnen helfen, den Pflegeanbieter mit den besten Konditionen zu finden, der zum individuellen Bedarf des Patienten passt.

Verfügt das Pflegepersonal in der Intensivpflege über eine besondere Qualifikation?

Die Voraussetzungen für die Ausbildung zum Kranken- oder Altenpfleger sowie die Ausbildungsinhalte und die Dauer sind in engen Grenzen festgelegt. Die notwendige Zusatzausbildung für Pflegepersonal in der Intensivpflege ist allerdings nicht genau geregelt. Es muss aber die Teilnahme an bestimmten Weiterbildungskursen im jährlichen Turnus nachgewiesen werden.

Welche Kosten entstehen durch die Intensivpflege?

Die Intensivpflege verursacht durch die 24-Stunden-Betreuung und die permanente Überwachung hohe Kosten, die sich an den individuell notwendigen Pflegemaßnahmen orientieren.

  • Bei gesetzlich Versicherten übernimmt die Krankenkasse einen Großteil der Kosten.
  • Der Patient trägt jeweils 10 Prozent während der ersten 28 Tage eines Kalenderjahres sowie 10 Euro je Verordnung.
  • Des Weiteren gibt es die Möglichkeit, von der Pflegeversicherung bezuschusst werden.

Die wichtigsten Fakten zur Intensivpflege im Überblick:

  • Intensivpflege = Grundpflege + Überwachung der Vitalfunktionen mit sofortiger Eingreifmöglichkeit
  • Pflegedienste müssen sich für die Intensivpflege zusätzlich qualifizieren.
  • Gesetzliche Krankenkassen übernehmen den Großteil der Kosten.
  • Zuschüsse der Pflegeversicherung sind möglich.

Bild: © Jacob Lund / stock.adobe.com