European pair quarrels standing at the doorway

Achtung! Familie redet mit

Die Familie muss zusammenhalten! Damit bin ich und vermutlich auch Sie groß geworden. Doch wenn es um die Pflege geht, vor allem um die Frage, wer die Pflege übernimmt, wird es oft schwierig mit dem Zusammenhalt. Unterschiedliche Charaktere und Lebensmodelle prallen aufeinander. Dazu kommt die schmerzliche Erkenntnis, dass es mit den Eltern stetig bergab geht. Nichts ist mehr so wie früher. Ein schmerzhafter Prozess, mit dem jeder Mensch anders umgeht.

Die Erwartungen unter den Geschwistern sind ebenfalls großen Schwankungen unterworfen. Während der eine sich voll und ganz der Aufgabe der Pflege stellt, bleibt der andere eher distanziert und fordert seine eigenen Freiräume. Das unterschiedliche Verhalten der Geschwister führt dann unweigerlich zu Konflikten.

Oft kommen noch regionale Distanzen dazu, die dazu führen, dass ein Geschwisterteil mehr und der andere eher weniger aktiv ist. Obwohl sich alle Beteiligten das Wohlbefinden der Eltern wünschen, bleiben heftige Diskussionen über das „Wie und Wann“ meist nicht aus. Plötzlich kommen Befindlichkeiten aus Kindheitstagen wieder an die Oberfläche. Nach all den Jahren herrschen plötzlich wieder Rivalität und der Kampf um Zuneigung sowie Anerkennung nimmt seinen Lauf.

Doch das muss nicht so weit kommen. Denn wer im Vorfeld schon das Gespräch mit den Geschwistern sucht, hat die Chance einen gemeinsamen Weg zu finden. Ehrlichkeit und Toleranz dürfen allerdings dabei nicht fehlen. Ist das offensichtlich nicht mehr möglich, ist es ratsam einen Mediator hinzuziehen. Der wird versuchen die unterschiedlichen Lebenssituationen aufzuzeigen, um bei den Parteien mehr Verständnis füreinander zu schaffen. Ein guter Mediator sollte auch für Toleranz für die verschiedenen Lebensweisen schaffen, die Geschwister womöglich voneinander trennen.

In meinem Buch „Wege aus der Pflegefalle“ beschreibe ich die verschiedenen Geschwisterbeziehungen in der Pflege. Dazu gehört der von mir benannte „Kaffeebruder“, der gerne am Sonntag kommt und dann abschließend meint „Es klappt doch alles noch so prima!“, ebenso wie die überengagierte Schwester, die erst einmal alles alleine regelt, bevor sie dann wütend um sich schlägt. (Stichwort: Helfersyndrom).

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Wir,3Schwestern,haben unsere,an Alzheimer erkrankte Mutter,nach einer,besonders für unsere ältesten Schwester,schwerenZeit in einer berliner Alzh eimerdemenzwg im Johannesstift untergebracht.Sie verbrachte dort noch 5 zufriedene u.soweit möglich auch glückliche Jahre. Ich habe Ihren Bericht im Fernsehen gesehen,komme selbst beruflich aus der Pflege(geriatrische Rehastation)u.kann Ihnen nur in allem was Sie sagten rechtgeben!!!!!Mit freundlichem Gruß Andrea Zabel

Danke für Ihr Feedback! Ich würde mir wünschen, wir könnten die große Angst vor einem Umzug in ein Altenheim und das schlechte Image, das weit verbreitet ist, verringern. Es würde den Betroffenen den Umzug erleichern und den Angehörigen den Druck nehmen! Herzliche Grüße