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Pflege-Wohngemeinschaften gegen das Alleinsein

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Einen barrierefreien Wohnraum im fortgeschrittenen Lebensalter zusammen mit Gleichgesinnten bewohnen zu können, ist der Wunsch zahlreicher Menschen. Eine unterhaltsame Kommunikation, aktive Alltagsgestaltung und gegenseitige Unterstützung in der Gemeinschaft sollen der gefürchteten Hilflosigkeit und Einsamkeit entgegenwirken.

  • In einer Pflege-WG sind immer Alten- oder Krankenpfleger sowie Hilfskräfte anwesend, sodass die Pflege gesichert ist.
  • Der Wohnraum umfasst Gemeinschaftsräume sowie private Zimmer.
  • Die Bewohner entscheiden selbst, in welchem Maß sie am Gemeinschaftsleben teilnehmen wollen.
  • Eine Wohngruppe ist eine gute Alternative zu einem Pflegeheim.

Unter bestimmten Voraussetzungen werden Wohngruppen von der Pflegeversicherung besonders gefördert.

Zahlung einer Pauschale als Wohngruppenzuschlag in Höhe von 214 Euro

Pflegebedürftige mit einem Anspruch auf Pflegegeld können in ambulant betreuten Wohngruppen einen Pauschalbetrag in Höhe von monatlich 214 Euro als Wohngruppenzuschlag erhalten. Diese Leistung der Pflegekasse steht auch Pflegebedürftigen mit einem festgestellten Pflegegrad 1 zu, die kein Pflegegeld (oder Pflegesachleistungen) beziehen.

Eine Wohngruppe ist anspruchsberechtigt, wenn darin mindestens drei pflegebedürftige Personen und höchstens zwölf Menschen wohnen.

Eine der vollstationären Pflege entsprechende Versorgungsform schließt einen Antrag auf Wohngruppenzuschlag aus. Serviceleistungen wie hauswirtschaftliche Versorgung oder Organisations- und Verwaltungsaufgaben werden von einer beauftragten Person durchgeführt.

Förderung durch eine Anschubfinanzierung bei einer Wohngruppenneugründung

Anspruchsberechtigte für einen Wohngruppenzuschlag können bei der Neugründung ambulant betreuter Wohngruppen eine Anschubfinanzierung für altersgerechte Wohnungsveränderungen erhalten.

Zur möglichst barrierefreien Umgestaltung der Wohngruppenunterkunft werden bis zu 10.000 Euro von der Pflegekasse gezahlt. Ein Beispiel zur Anschubfinanzierung stellt die Bezuschussung zu einer Türverbreiterung dar. Für ein pflegebedürftiges Mitglied der Wohngruppe beträgt der Höchstzuschuss 2.500 Euro.

Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfelds

Für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen zur Förderung der häuslichen Pflege erhalten Pflegebedürftige mit einem festgestellten Pflegegrad auf Antrag bis zu 4.000 Euro von der Pflegekasse.

Ein Beispiel für bezuschussungsfähige Maßnahmen sind Treppenlifte. Dadurch sollen insbesondere Überforderungen von Pflegekräften vermieden werden.

  • Innerhalb einer Wohngruppe können bis zu vier Anträge bewilligt werden.
  • Demnach würde der höchstmögliche Zuschuss für die Wohngruppe 16.000 Euro betragen.
  • Bei mehr als vier Antragsberechtigten wird der Gesamtbetrag anteilig aufgeteilt.

Beispiel: Wohnen in einer Wohngruppe acht pflegebedürftige Personen, erhält jede Person 2.000 Euro.

Zusammengefasst:

  • Eine Pflege-Wohngemeinschaft ist eine gute Alternative zum Heim.
  • Nutzen Sie Beratung zur Gründung von Wohngruppen und über Zuschüsse durch die Pflegeversicherung.
  • Wohngruppenzuschlag von monatlich pauschal 214 Euro ist möglich.
  • Anschubfinanzierung zur Wohngruppenneugründung bis maximal 10.000 Euro ist möglich.
  • Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen zur Förderung der häuslichen Pflege bis zum Höchstbetrag von 16.000 Euro können beantragt werden.
  • Tipp: Die Zuschüsse werden auch bei der Anschaffung gebrauchter oder gemieteter Hilfsmittel gewährt.