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Wenn ein oder beide Elternteile zum Pflegefall werden, ist dies immer eine große Belastung. Familien mit mehreren Kindern können diese Belastung jedoch aufteilen oder sich zumindest austauschen, sodass kein Angehöriger bei der Pflege an sein Limit kommt. Einzelkinder hingegen stehen vor dem Problem, dass niemand außer ihnen selbst verantwortlich ist. Sie gehen oft über ihre Grenzen hinaus, weil alle Aufgaben bei ihnen alleine liegen. So löblich der Vorsatz ist, für die hilfsbedürftigen Eltern da zu sein, so schwierig wird es, wenn die Belastung zu groß ist.

Damit (nicht nur) Einzelkinder entlastet werden, können sie sich von außen Hilfe holen:

  • Es gibt zum Beispiel die Möglichkeit, sich in einer Community oder Selbsthilfegruppe mit anderen pflegenden Angehörigen auszutauschen. Oft hilft es schon, zu wissen, dass man nicht alleine mit seinen Problemen ist.
  • Zudem stehen pflegenden Angehörigen gewisse Hilfen zu, damit sie nicht überlastet werden. Möglich ist zum Beispiel die Kurzzeitpflege oder ein ambulanter Pflegedienst.
  • Wenn alles zu viel wird, können Sie die Betreuung auch beim Amtsgericht abgeben und einen gesetzlichen Betreuer bestellen.

Niemand ist unendlich belastbar

Auch wenn viele pflegende Angehörige glauben, sie müssten alles alleine stemmen, kommt irgendwann der Punkt, an dem dies nicht mehr geht.

Spätestens wenn sich die Krankheit der zu pflegenden Person verschlechtert, wenn Unruhe, Aggressivität oder Wahnvorstellungen den Alltag zur Geduldsprobe machen, dann wird es Zeit, sich Hilfe von außen zu holen.

Es gibt eine Reihe an Entlastungsangeboten, die Sie nutzen können, wenn Sie selbst in dieser Situation sind. Viele der Möglichkeiten lassen sich zumindest teilweise über die Pflegekasse finanzieren und sind oft ein guter Weg, um ein wenig Luft zu bekommen.

Lassen Sie sich helfen

Die häusliche Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst ist eine dieser Möglichkeiten. Gerade, wenn Kranke gehoben und gewickelt werden müssen, kommen Angehörige oft an ihre körperlichen und seelischen Grenzen.

  • Der ambulante Pflegedienst: Auch die medizinische Versorgung können und sollten Sie dem ambulanten Pflegedienst überlassen. Dieser übernimmt dann die schwierigen Dienste, während Sie als Angehöriger mehr für das Umsorgen zuständig sind.
  • Betreuungsgruppen: Betreuungsgruppen sind ideal, wenn Angehörige regelmäßig eine kleine Pause brauchen. Die Gruppen werden meist von Wohlfahrtsverbänden geführt.
  • Ehrenamtliche Helferinnen: Weitere Möglichkeiten sind ehrenamtliche Helferinnen, die Sie in sogenannten Betreuungsbörsen finden.
  • Tagespflegeinrichtungen: Auch Tagespflegeeinrichtungen können Ihnen aus der Klemme helfen, wenn dringende Termine anstehen.
  • Die Kurzzeit- oder Verhinderungspflege: Für längere Abwesenheit der Pflegeperson bieten sich die Kurzzeitpflege oder die Verhinderungspflege an.

Zusammengefasst:

Für Einzelkinder ist die Pflege eines Elternteils oft besonders schwer, weil alle Verantwortung bei ihnen liegt. Dafür gibt es aber auch weniger Streitereien.

  • Suchen Sie sich Möglichkeiten zum Austausch, zum Beispiel in unserer Community.
  • Achten Sie auf Symptome für Überforderung und lassen Sie sich helfen.

Bild: © Halfpoint / stock.adobe.com