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Verändertem Durstverhalten im Alter richtig begegnen

Das Durstverhalten kann sich durch viele Faktoren verändern. Nicht immer steckt eine Krankheit dahinter, trotzdem sollten gerade pflegende Angehörige das Durstverhalten ihrer Patienten genau beobachten.

Trinkt die Person zu wenig, droht Austrocknung, während starker Durst oft ein Anzeichen für beginnende Diabetes sein kann.

Wer sich nicht mehr um sich selbst kümmern kann,
hat oftmals auch nicht mehr den Überblick darüber, ob die Trinkmenge ausreichend ist. 
Als Pflegeperson sollten Sie deshalb das Anbieten von Getränken immer an die jeweilige Situation anpassen. Bei starker Wärme im Sommer oder bei Krankheiten, die zu vermehrtem Schwitzen führen, ist es besonders wichtig, darauf zu achten, dass genügend getrunken wird.

Das Durstverhalten im Alter

Ältere Menschen empfinden durch Getränke schneller ein Sättigungsgefühl als junge Leute. Dies liegt an den alternden Nerven im Mund, Magen und Rachen und auch die Verbindung der Nerven zum Gehirn kann dafür verantwortlich sein.

Normalerweise entsteht Durst, wenn sich die Konzentration bestimmter Salze im Blut verändert.

  • Wenn man dann etwas trinkt, melden Drucksensoren im Körper die Ankunft der Flüssigkeit.
  • Dadurch wird das Durstgefühl gestoppt, bevor das Wasser überhaupt richtig im Körper verteilt ist.
  • Laut Forschungen wird dieser Mechanismus im Alter nicht mehr richtig ausgeführt.
  • Ältere Menschen reagieren oftmals schon auf die halbe Flüssigkeitsmenge mit einem Sättigungsgefühl wie jüngere Probanden.

So können Sie das Durstverhalten überlisten

Wer wenig trinkt, riskiert, dass viele Abläufe im Körper gestört werden. Deshalb ist es hilfreich, Getränke nach der Uhr anzubieten. Kleine Mengen in regelmäßigen Abständen überfordern den Patienten nämlich nicht

Deshalb sollten Sie lieber in kurzen Abständen einige Schlucke anbieten, anstatt darauf zu bestehen, ein ganzes Glas Wasser zu leeren.

Bei nicht bettlägerigen Personen kann es auch helfen,
in jedem Zimmer ein Getränk bereitzustellen. Oft lässt sich die Flüssigkeitsaufnahme auch steigern, wenn verschiedene Getränke angeboten werden. Wasser mit etwas Fruchtsaft vermischt, Tee oder auch mal ein Softdrink sorgen für Abwechslung. Alternativ können auch Suppen oder wasserhaltiges Obst helfen.

Als Faustregel gilt, dass der Mensch rund 30 ml Flüssigkeit pro Kilo Körpergewicht am Tag braucht. Für eine Person mit 70 Kilo Gewicht bedeutet dies eine Trinkmenge von rund zwei Litern.

Zusammenfassung: Durst und Trinkverhalten im Alter

  • Das Durstgefühl lässt im Alter natürlicherweise nach.
  • Regelmäßiges Anbieten von Getränken reduziert die Gefahr einer Unterversorgung.
  • Abwechslungsreiche Getränke, Suppen und Obst steigern die Trinkmotivation
  • Faustregel: Täglich benötigt der Körper 30 ml Flüssigkeit pro Kilo Körpergewicht.

Titelbild: © Photographee / stock.adobe.com
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