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Mit steigender Lebenserwartung werden Demenzerkrankungen häufiger

Die Lebenserwartung steigt in Mitteleuropa kontinuierlich und mit der Überalterung der Gesellschaft gehen vor allem Zivilisationskrankheiten wie Demenz einher.

Die primäre Formen der Demenzerkrankung
Bei der Mehrheit der Fälle handelt es sich um primäre Formen der Demenzerkrankung.

  • Dabei werden Nervenzellen und Nervenverbindungen im Gehirn zerstört, was zum schleichenden Verlust verschiedener Fähigkeiten führt.
  • Betroffenen sind vor allem das Denkvermögen und die Sprachfähigkeit.
  • Mit der Zeit können Patienten außerdem alltägliche Handlungen nicht mehr ausführen.

Sekundäre Demenzerkrankungen
Daneben sind auch sekundäre Demenzerkrankungen bekannt, die als Begleitsymptom eines anderen organischen Leidens auftreten. Im Gegensatz zu den weitaus häufigeren primären Formen besteht bei den sekundären Arten die Chance auf Heilung, die mit dem Therapieerfolg der Primärerkrankung zusammenhängt.

Diagnose primärer Demenzerkrankungen

Primäre Demenzerkrankungen treten nur sehr selten vor dem 60. Lebensjahr auf. Im neunten Lebensjahrzehnt ist allerdings bereits jeder dritte Patient betroffen.

  • Am Beginn steht ein Nachlassen der Hirnleistung, das zu einer auffallenden Vergesslichkeit führt.
  • Alltägliche Gegenstände gehen scheinbar spurlos verloren und finden sich an den merkwürdigsten Orten wieder.
  • Die Orientierungsfähigkeit macht in zeitlicher oder geografischer Hinsicht plötzlich auffallend Probleme.
  • Schlafstörungen treten auf, die Betroffenen ziehen sich zurück, wirken teilnahmslos und niedergeschlagen.
  • Die Patienten geben sich zudem auffallend vergangenheitsbezogen und eben erst Vorgefallenes entgleitet zugleich ihrem Gedächtnis.
  • Auf unerwartete Ereignisse reagieren sie übertrieben ängstlich.
  • Neuem und Unbekannten begegnen die Patienten mit größtem Argwohn.

Um festzustellen, ob sich der Verdacht auf eine Demenzerkrankung erhärten lässt,
sind standardisierte Tests verfügbar, die eine rasche Diagnose erleichtern.

Das ist insbesondere wichtig, da primäre Demenzerkrankungen fortschreitende, nicht heilbare Krankheiten sind, deren Verlauf allerdings unter bestimmten Voraussetzungen verlangsamt werden kann.

Möglichkeiten der Behandlung

Die Behandlungsformen sind so vielfältig wie der Patient, der an Demenz leidet.

  • Der erste Ansprechpartner ist dabei der Hausarzt, der gegebenenfalls an einen Neurologen überweist.
  • Der behandelnde Mediziner wird in der Regel eine Kombination aus Medikamenten und nicht-medikamentösen Therapieformen verordnen.
  • Zu letzteren gehören beispielsweise Gedächtnistraining, Musiktherapie oder auch Krankengymnastik.

Um den bestmöglichen Behandlungserfolg zu erzielen, ist es wichtig,
dass der Betroffene viel Unterstützung von seinem persönlichen Umfeld erfährt.

Pflegende Angehörige müssen vor allem darauf achten, dass sie den Patienten nicht bevormunden. Helfen Sie ihm stattdessen dabei, sich selbst zu helfen, und seien Sie immer geduldig, selbst wenn eine Handlung ungewöhnlich lange dauert.

Demenz im Überblick

  • Bei der Demenz werden Nervenverbindungen im Gehirn zerstört.
  • Es gibt die weitverbreitete primäre Demenz und die sekundäre Demenz als Begleiterscheinung anderer Erkrankungen.
  • Die primäre Demenz lässt sich mit Medikamenten und Therapien verlangsamen.
  • Hausärzte und Neurologen sind die richtigen Ansprechpartner.

Titelbild: © Photographee / stock.adobe.com