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Berufstätige können wegen Pflegebedürftigkeit eines nahen Angehörigen ihre reguläre Arbeitszeit unter Beibehaltung ihres regulären Kündigungsschutzes auf Teilzeit umstellen, ohne dass der Arbeitsgeber das verweigern darf. Das gilt für alle Betriebe mit mehr als 15 Angestellten.

Um den Verdienstausfall ein wenig abzufedern, hat der pflegende Angehörige Anspruch auf ein zinsloses Darlehen, das in Form von monatlichen Raten überwiesen wird und maximal 50 Prozent des Verdienstausfalls beträgt.

  • Die monatliche Zahlung wird für längstens zwei Jahre gewährt.
  • Der aufgelaufene Kredit muss nach Beendigung der Pflegemaßnahmen innerhalb von zwei Jahren zurückgezahlt werden.

Pflegende Angehörige unterliegen Kündigungsschutz

Falls Sie vor der Entscheidung stehen, einen nahen Angehörigen der Pflegestufe 1 oder höher pflegen zu wollen, haben Sie die Möglichkeit, unter entsprechenden Gehaltseinbußen ihre Arbeitszeit bei Ihrem Arbeitgeber zu Gunsten der Pflegetätigkeit zu reduzieren.

Sie behalten dabei Ihren Kündigungsschutz für längstens 24 Monate.

Das bedeutet, dass Sie nach Beendigung der Pflege bei Ihrem bisherigen Arbeitgeber wieder in Vollzeit arbeiten können. Einzige Voraussetzung ist, dass Sie in einem Betrieb mit mehr als 15 Angestellten arbeiten.

Zinsloses Darlehnen in Form von Monatsraten
Um die finanziellen Einbußen ein wenig abzufedern, haben Sie die Möglichkeit, beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) ein zinsloses Darlehen zu beantragen. Das Darlehen wird in Form von Monatsraten überwiesen und deckt maximal die Hälfte des Nettoverdienstausfalls ab und wird für längstens 24 Monate gezahlt.

Der zinslose Kredit muss innerhalb von zwei Jahren getilgt werden

Der zinslose Kredit kann im Einzelfall eine große Hilfe zur Überbrückung des Verdienstausfalls bedeuten.

Allerdings muss das aufgelaufene Darlehen nach Beendigung der Pflege, längstens nach 24 Monaten, innerhalb von zwei Jahren zurückgezahlt werden.

Das bedeutet, dass nach Beendigung der Pflege zwar im Normalfall das volle Gehalt wieder zur Verfügung steht, dass aber die Rückzahlung des Darlehens wiederum deutliche Einbußen bedingt.

Falls die Rückkehr zur vollen Arbeitszeit nicht ganz reibungslos verläuft oder der Job gewechselt werden muss, oder gesundheitliche Probleme anstehen, kann die Rückzahlung des Darlehens zu ernsthaften finanziellen Engpässen führen.

Der Kredit sollte daher nur in Anspruch genommen werden, wenn der Verdienstausfall während der Pflegezeit finanziell aufgrund hoher monatlicher Verpflichtungen nicht geschultert werden kann.

Zusammenfassung

Pflegende Angehörige, die ihre Arbeitszeit reduzieren müssen, um die Pflege durchführen zu können, haben Anspruch auf Reduzierung ihrer Arbeitszeit unter Inkaufnahme des Verdienstausfalls.

  • Auf Antrag gewährt das BAFzA zur teilweisen Kompensation des Verdienstausfalls ein zinsloses Darlehen.
  • Das Darlehen wird in Monatsraten ausgezahlt.
  • Es muss nach Beendigung der Pflege innerhalb von zwei Jahren zurückgezahlt werden.

Bild: © tuk69tuk / stock.adobe.com